Attēlu rezultāti vaicājumam “Bonis un KGB wien bonis.lv”

Die Schattenstadt, Emil Bobi

Ecowin Verlag

Bobi: „Leute, die etwas zu verbergen haben, fühlen sich in Wien sehr wohl“

Bobi: „Wiener sind Naturagenten“

Die österreichische Staatspolizei hält in ihrem Verfassungsschutzbericht 2013 fest: “Auch nach dem Kalten Krieg blieb Österreich ein zentrales Land in der Welt der Nachrichtendienste.“ Für Bobi ist jedoch ein weit älteres Phänomen dafür verantwortlich, warum Wien für Agenten attraktiv ist: „Der Grund ist, weil der sogenannte echte Wiener im privaten Bereich das gleiche macht, was Geheimdienste machen.“

Für Bobi ist der Wiener ein Naturagent, der in einer Volkskultur der Spionage aufgewachsen ist. „Das hat seinen Ursprung auf den Marktplätzen der Vormoderne, wo 40 Fremdsprachen auf der Straße zu hören waren. Der Wiener war immer damit beschäftigt, Fremde kennenzulernen und abzuwägen, was sie wollen. Er hat eine hohe Menschenkenntnis im Umgang mit fremden Kulturen.“

Buchhinweis:

Emil Bobi: Die Schattenstadt: Was 7.000 Agenten über Wien aussagen, 208 Seiten, Ecowin, 21,95 Euro

Es sei eine Ureigenschaft der Wiener Gesellschaft, seine eigenen Verhältnisse geheimzuhalten und die des anderen herauszulocken und scheibchenweise gegen gesellschaftlichen Profit weiterzuverkaufen. Bobi: „In Wien ist der bedeutsam, der viel zu flüstern weiß. Das Geheime gehört zum Kern der Gesellschaft. Wenn die Dinge klar und bekannt sind, kann man sie nicht mehr verhandeln. In Wien zählt das Nichtfestlegen, damit man es rückblickend auch anders gemacht haben kann. Das ist ein hochintelligenter Umgang und hat mit Wiener Schmäh zu tun.“

Spionage ist in Wien nicht strafbar

Ein wesentlicher Punkt ist auch ein Urteil des Obersten Gerichtshof aus dem Jahr 1956, nachdem Spionage in Osterreich nur dann strafbar ist, wenn sie sich direkt gegen Österreich richtet.

Wenn in Wien also ausländische Staaten andere ausländische Staaten ausspionieren, ist das völlig legal.

ÖSTERREICH: Wie arbeiten diese russischen Spione?
Z.: Sie agieren unter dem Deckmantel von Firmen oder sind bei Sekundär-Botschaften tätig. Sie versuchen, Mitarbeiter im Wirtschafts- und Außenamt als Quellen anzuzapfen. Früher hatte der KGB seine Zentrale am Freudenauer Hafen.

Jetzt wird als Horchposten die russische Residenz in Purkersdorf vermutet.

Jochen Prüller